Combustion engine cars regain popularity worldwide, EY says

Verbrennungsmotor-Autos gewinnen weltweit an Popularität zurück: EY-Bericht zeigt Trendwechsel durch Politik und Skepsis gegenüber E-Autos

London/Berlin – Die Elektroauto-Revolution stockt: Weltweit kehren Autokäufer zu Verbrennungsmotoren zurück, getrieben durch politische Kehrtwenden, Handelskriege und wachsende Zweifel an der EV-Infrastruktur und -Kosten. Das zeigt ein aktueller Bericht des Beratungshauses EY, der einen markanten Shift im globalen Automarkt aufdeckt. Insgesamt planen 50 Prozent der Autokäufer weltweit in den nächsten 24 Monaten ein neues oder gebrauchtes Benzin- oder Diesel-Fahrzeug zu erwerben – ein Anstieg um 13 Prozentpunkte im Vergleich zu 2024. Die Präferenz für reine Batterie-Elektroautos ist um 10 Prozentpunkte auf 14 Prozent gesunken, bei Hybriden um 5 Prozent auf 16 Prozent.

EY Global Aerospace, Defense and Mobility Practice Leader Constantin M. Gall sieht darin eine Reaktion auf die langsamere als erhoffte EV-Transition: „Politische Änderungen folgen auf reale Marktentwicklungen. Käufer priorisieren Pragmatismus über Ideologie.“ Besonders in den USA und Europa, wo Präsident Donald Trump kürzlich die strengen Kraftstoffeffizienzstandards von Joe Biden abschaffen wollte, und die EU eine abgeschwächte Version ihres 2035-Verbrennermotor-Verbots plant, gewinnen Verbrenner an Boden. Unter potenziellen EV-Käufern überdenken oder verschieben 36 Prozent ihre Pläne aufgrund geopolitischer Unsicherheiten, wie Zöllen auf chinesische Importe.

Globale Trends: Von China bis USA – Warum Verbrenner boomen

Der EY-Bericht basiert auf Umfragen unter 10.000 Autokäufern in 20 Ländern und beleuchtet regionale Unterschiede:

RegionPräferenz Verbrennungsmotor (2025)Veränderung zu 2024Hauptgründe
USA55 %+15 PPTrump-Rollback, hohe EV-Preise, Ladeinfrastruktur-Mangel
Europa48 %+12 PPEU-Green-Deal-Anpassung, Importzölle auf chinesische EVs
China40 %+8 PPFokus auf Digitalisierung statt Antrieb, günstige Benzin-Modelle
Global50 %+13 PPGeopolitik, Kosten, Skepsis gegenüber Batterietechnik

In China, dem größten EV-Markt, sinkt das Interesse an reinen E-Autos: Käufer wollen smarte Features, egal ob Verbrenner oder Elektro. Westliche Hersteller wie Ford, GM und Volkswagen kämpfen mit chinesischer Konkurrenz – nicht nur bei EVs, sondern auch bei günstigen Benzinern. Die EU diskutiert derzeit eine Neubewertung des Green Deals: „Sie schauen mehr auf wissenschaftliche Fakten, weniger auf Überzeugungen“, so Gall.

Trotz des Booms für Verbrenner bleibt der Markt volatil: Globale EV-Verkäufe stiegen 2024 um 25 Prozent auf 17 Millionen Einheiten, und Prognosen sehen für 2025 weitere 20 Millionen. Dennoch: Der Verbrennungsmotor-Markt wächst weiter, mit einem prognostizierten Volumen von 297 Milliarden Einheiten bis 2033 bei 5,2 Prozent CAGR – vor allem in Nordamerika durch SUVs und Trucks.

Auswirkungen auf Deutschland und Europa: Chance oder Risiko?

Für die deutsche Autoindustrie ist der Trend ein zweischneidiges Schwert: Konzerne wie BMW und Mercedes profitieren von der Verbrenner-Nachfrage, die Exporte in die USA ankurbeln könnte. Doch langfristig droht ein Rückschlag im Green Deal: Eine Lockerung würde CO2-Ziele gefährden und Strafen in Milliardenhöhe einbrocken. „Der Shift zeigt, dass Politik den Markt beeinflusst, aber Verbraucher wollen Zuverlässigkeit – nicht Revolution um jeden Preis“, analysiert Prof. Dr. Elena Hartmann von der Humboldt-Universität Berlin. Die EU muss balancieren: Zölle schützen heimische EVs, während Verbrenner-Exporte in Schwellenmärkte boomen.

EY warnt: Der Comeback könnte vorübergehend sein, wenn Infrastruktur und Preise für EVs fallen. WirtschaftsNews Deutschland beobachtet: Fährt die Welt weiter auf Benzin, oder dreht sie um?

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