McIlroy fordert Neuplanung des Australian Open: Stärkeres Feld durch besseren Termin
Von unserem Korrespondenten in Melbourne | Berlin, 8. Dezember 2025
Melbourne/Berlin – Rory McIlroy, der zweitbeste Golfer der Welt, hat die Organisatoren des Australian Open aufgefordert, das prestigeträchtige Turnier neu zu terminieren. Ziel: Ein stärkeres internationales Feld anlocken und das Event zu einem echten Highlight im globalen Kalender machen. Nach seinem Comeback in Melbourne – dem ersten seit 2015 – plädiert der Nordire für eine eigenständige Zeitfenster, fernab von Konflikten mit anderen großen Turnieren.
Der 36-Jährige aus Holywood, der 2025 seinen lang ersehnten Masters-Sieg holte und damit den Career Grand Slam schaffte, beendete das Turnier am Royal Melbourne Golf Club mit einem geteilten 14. Platz – acht Schläge hinter dem dänischen Sieger Rasmus Højgaard. McIlroy, der neben dem Grünen Mantel auch seinen siebten Race-to-Dubai-Titel und den Irish Open gewann sowie maßgeblich zum Ryder-Cup-Sieg Europas in den USA beitrug, war der Star unter den Zuschauern. Doch er sieht Potenzial für mehr: „Ich freue mich schon lange darauf, zurückzukommen – es sind über zehn Jahre her. Das Australian Open hat enormes Potenzial, und diese Woche hat das ein bisschen gezeigt“, sagte er nach der Finalrunde.
Kalender-Chaos als Hemmschuh: Drei Turniere, ein Problem
Das Wochenende war ein Paradebeispiel für die Überlastung des internationalen Golfkalenders: Parallel zum Australian Open fanden der Nedbank Golf Challenge in Südafrika und der Hero Dubai Desert Classic statt – beide Events zogen Top-Spieler wie Jon Rahm oder Viktor Hovland an. McIlroy, der sich für einen globalen Tour-Plan einsetzt, fordert nun die DP World Tour und die PGA Tour of Australasia auf, den Termin zu verschieben. „Es muss ein Datum geben, das alle unterbringt, damit jeder die Option hat, teilzunehmen“, betonte er. Eine eigenständige Slot könnte das Turnier zu einem Muss für die Elite machen und die Quoten in die Höhe treiben.
Richard Mansell, ein weiterer DP-World-Tour-Profi, nannte die Konkurrenz kürzlich „atemberaubend“ und beklagte, zwischen Australien und Südafrika wählen zu müssen. McIlroy teilt diese Frustration: „Das Turnier verdient mehr Stars.“ Er plant bereits, 2026 zurückzukehren – vorausgesetzt, der Kalender passt.
Chancen für Down Under: Von regionalem Event zum Weltstar
Das Australian Open, co-sanctioned von DP World Tour und PGA of Australia, lockte 2025 mit einem Prize Purse von 8,75 Millionen AUD (ca. 5,3 Millionen Euro) – doch ohne McIlroy und andere Große wäre das Feld dünn geblieben. Der Sieger Højgaard holte sich seinen ersten DP-World-Tour-Titel, während australische Favoriten wie Cameron Smith Zweiter wurde. Für die Organisatoren am Royal Melbourne, das 1959 und 2011 Majors ausrichtete, wäre eine Neuplanung – vielleicht im Januar oder Februar, vor den US-Majors – ein Game-Changer. „Es geht um Diskussionen mit den Entscheidungsträgern, um ein passendes Datum zu finden“, so McIlroy.
In Deutschland, wo Golf-Fans auf die Heroes German Classic im Juni warten, wird McIlroys Appell als Signal gewertet: Ein überladener Kalender schadet allen. „McIlroys Vorschlag könnte ein Modell für europäische Turniere sein – mehr Fokus auf Qualität statt Quantität“, analysiert Golf-Experte Prof. Dr. Markus Schneider vom Deutschen Golf Verband in Frankfurt. Die Branche boomt: Nach dem PGA-Tour-LIV-Golf-Krieg 2023 ringen Tours um Talente, und Events wie das Australian Open könnten profitieren.
McIlroy schließt die Saison mit einem Augenzwinkern ab: „Nun genieße ich die Feiertage – Zeit zum Reflektieren.“ Ob seine Worte die Kalender-Architekten bewegen, bleibt abzuwarten.
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