Canada's Air Transat to suspend flights following strike notice from pilots union

Kanadas Air Transat stoppt Flüge schrittweise: Pilotengewerkschaft erteilt 72-Stunden-Streikankündigung

Montreal/Toronto – Die kanadische Freizeit-Airline Air Transat steht vor einem massiven Betriebsstopp: Nach einer 72-Stunden-Streikankündigung der Pilotengewerkschaft ALPA wird die Fluggesellschaft ab Montag (8. Dezember) ihre Operationen schrittweise einstellen. Bis Dienstag soll der gesamte Flugbetrieb ruhen, um Passagiere, Crews und Maschinen sicher nach Kanada zurückzubringen. Der Konflikt, der mitten in der Weihnachtsreisezeit eskaliert, bedroht Tausende Urlauber und unterstreicht die anhaltende Pilotenklemme in der Branche.

Die Air Line Pilots Association (ALPA), die rund 700 Piloten von Air Transat vertritt, hat die Streikdrohung am Sonntag erteilt – wirksam ab Mittwochmorgen (10. Dezember) um 3 Uhr Ortszeit. Nach fast einem Jahr frustrierender Verhandlungen, die im Winter begonnen hatten, fehlt ein neuer Tarifvertrag. Die Gewerkschaft wirft dem Management vor, „keine Wahl“ zu lassen: „Monate unproduktiver Verhandlungen enden jetzt. Wenn wir keinen Fortschritt erzielen, streiken wir, um einen modernen Vertrag zu erreichen“, erklärte Bradley Small, Vorsitzender des Air-Transat-Aussschusses bei ALPA. Die Piloten fordern höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und mehr Sicherheit in einer Branche mit akutem Personalmangel.

Air Transat, Teil der Transat A.T. Inc. mit Sitz in Montreal und rund 5.000 Mitarbeitern, nannte die Ankündigung „voreilig“ und „bedauernswert“. Die Airline betont Fortschritte am Verhandlungstisch und „großzügige“ Angebote: Ein 59-prozentiger Lohnaufschlag über fünf Jahre plus Verbesserungen bei Arbeitszeiten. „Es ist bedauerlich, dass die Gewerkschaft derartige Gleichgültigkeit gegenüber Transat, seinen Mitarbeitern und Kunden zeigt – eine rücksichtslose Entscheidung, die den Verhandlungsstand nicht widerspiegelt“, sagte Julie Lamontagne, Chefin für Personal, Nachhaltigkeit und Kommunikation. Dennoch: Ab Montag werden Flüge storniert, mit Fokus auf Europa, Karibik, US-Ostküste, Südamerika und Nordafrika – Air Transat bedient 63 internationale Ziele in 33 Ländern.

Auswirkungen: Chaos an Flughäfen und Optionen für Reisende

Die Stornierungen beginnen am Montag und bauen sich bis Dienstag auf, um ein chaotisches Stranden im Ausland zu vermeiden. Betroffene Passagiere – vor allem Feiertagsreisende – können ihre Buchungen kostenlos umbuchen oder verschieben, sofern der Flug in den nächsten fünf Tagen geplant war. Air Transat verspricht „Lösungen“ wie Rückerstattungen und Hilfestellungen, doch erste Reaktionen zeigen Frustration: „Es war ein Schock. Jetzt bin ich gestresst, statt zu entspannen“, berichtete eine Passagierin aus Montreal. Kanadische Flughäfen wie Toronto Pearson oder Montreal-Trudeau melden erhöhte Anfragen; internationale Routen nach Paris, Rom oder Punta Cana sind besonders gefährdet.

Beide Seiten sind in der legalen Streik- oder Aussperrungsposition. Mediation scheiterte am Samstag, doch Air Transat hofft auf „rund um die Uhr“-Verhandlungen. Die Airline, gegründet 1986 als Urlaubsanbieter, kämpft mit Branchendruck: Pilotengewerkschaften fordern mehr in Zeiten von Personalmangel und steigenden Kosten.

Europa und Deutschland betroffen: Tipps für Reisende

Für europäische Passagiere, insbesondere aus Deutschland, wird der Konflikt spürbar: Air Transat fliegt regelmäßig nach Frankfurt, München und Berlin, oft als günstige Option für Winterurlaube. Deutsche Urlauber in der Karibik oder Europa könnten stranden; die EU-Rechte (EU261) gewähren Anspruch auf Unterkunft und Rückerstattung bei Verspätungen über drei Stunden. „Reisende sollten sofort Alternativen prüfen – bei Lufthansa oder Eurowings gibt es Kapazitäten“, rät Dr. Sabine Keller, Luftfahrtexpertin am Fraunhofer-Institut in Berlin. Der kanadische Streik könnte Welleneffekte haben: Höhere Preise bei Konkurrenz und Verzögerungen in der Transatlantik-Route.

LuftfahrtNews Deutschland beobachtet die Verhandlungen: Wird ein Deal vor Weihnachten gelingen, oder eskaliert der Konflikt? Bleiben Sie dran – sichere Flüge für alle!

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