Fed senkt Leitzins um 25 Basispunkte bei drei Gegenstimmen: Spaltungen im FOMC – so lief der dramatische Entscheidungstag
Washington/Berlin – Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat in ihrer Dezember-Sitzung den Leitzins um 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte) gesenkt und damit den Zielkorridor auf 3,50 bis 3,75 Prozent gebracht. Es war der dritte Zinsschnitt in Folge – doch die Entscheidung war alles andere als einhellig: Mit drei Gegenstimmen im Federal Open Market Committee (FOMC) markiert sie die größte Spaltung seit über sechs Jahren. Während Fed-Chef Jerome Powell die Lockerung als „wohlpositionierten“ Schritt zur Stützung des Arbeitsmarkts darstellte, zeigten die „Dot Plot“-Prognosen und die Abstimmung tiefe Risse: Nur ein weiterer Schnitt 2026, Inflation bleibt hartnäckig, und Trumps Zollpläne werfen Schatten. Hier ein Live-Tagebuch des turbulenten Entscheidungstags am 10. Dezember – von den Vorab-Spekulationen bis zur Nachhall-Pressekonferenz.
Pünktlich zur US-Geburtenstunde fiel der Hammer: Die Fed senkte den Federal Funds Rate auf 3,50–3,75 Prozent, wie erwartet – doch die Abstimmung endete 9:3. Zwei Regionalpräsidenten – Jeffrey Schmid (Kansas City) und Austan Goolsbee (Chicago) – wollten pausieren, während Gouverneur Stephen Miran (ein Trump-Nominierter) einen halben Prozentpunkt-Schnitt forderte. „Es war ein naher Call“, kommentierte Powell später. Die Erklärung repurposierte Formulierungen aus dem Dezember 2024: „Das Komitee wird eingehende Daten, die sich wandelnde Aussichten und das Risikogewicht prüfen“ – ein Signal, dass weitere Lockerungen unwahrscheinlich sind.
Märkte reagierten bullisch: Der Dow Jones kletterte um 500 Punkte (+1,2 Prozent), S&P 500 und Nasdaq gewannen je 1 Prozent. Der 2-Jahres-Treasury-Yield fiel leicht um 0,1 Prozentpunkte, signalisierend Erwartungen an weitere Kürzungen. Fed-Fonds-Futures preisen nun 68 Prozent Chance auf zwei Schnitte 2026 ein – trotz der vorsichtigen Prognosen.
Die aktualisierte „Dot Plot“ – die anonymen Prognosen der 19 FOMC-Mitglieder – blieb unverändert: Nur ein Schnitt 2026, einer 2027, bevor der Langfrist-Zielwert bei 3 Prozent liegt. Doch vier weitere Teilnehmer signalisierten „soft dissents“, was die Uneinigkeit unterstreicht. Inflation bleibt bei 3 Prozent „hartnäckig“, der Arbeitsmarkt schwächelt (Arbeitslosenquote bei 4,2 Prozent), und Trumps Zölle könnten Preise um 0,5 Prozent treiben – Peak-Effekt im Q1 2026. Powell: „Wir sind gut positioniert, um abzuwarten und zu sehen, wie die Wirtschaft evolviert.“
14:00 Uhr EST (20:00 Uhr MEZ): Powells Pressekonferenz – Einheit betont, Realität beißt
In der Eckstein-PK spielte Powell die Dissensen herunter: „Das Komitee ist vereint in seinem Ziel, den Arbeitsmarkt zu stützen.“ Doch die Fragen prasselten: Zu Mirans drittem „No“ (er scheidet im Januar aus), Schmid und Goolsbees Hawkishness, und Trumps Angriffen („Die Fed ist politisch – Powell muss gehen!“). Powell parierte: „Wir sind unabhängig, und Zölle sind unsicher.“ Drei Fragen zu KI, eine zu seiner Verbleibensabsicht (Termin bis 2028). Der S&P 500 verblasste leicht vom Rekordhoch, endete aber +0,8 Prozent.
Nachhall: Trump-Interviews und globale Echos
Kurz vor der Entscheidung plädierte Trumps Berater Kevin Hassett für einen 50-Bp-Schnitt – ein Wink an Miran. Trump startet Interviews für Powells Nachfolger (Kevin Warsh inklusive). In Europa: Der Euro stieg auf 1,08 USD, DAX +0,5 Prozent – Zinssenkung entlastet Exporte. „Die Fed-Spaltung spiegelt globale Unsicherheiten wider: Inflation vs. Rezession“, analysiert Prof. Dr. Elena Hartmann von der Humboldt-Universität Berlin. Für 2026: Nur ein Schnitt erwartet, doch Arbeitsmarktdaten könnten mehr erzwingen.
WirtschaftsNews Deutschland blickt voraus: Wird die Fed 2026 pausieren, oder bricht der Arbeitsmarkt ein? Bleiben Sie dran – die Zinsen tanzen weiter!
