Indische Aktien setzen Gewinne fort: Fed-Zinssenkung treibt Rally – November-Inflationsdaten im Fokus
Die indischen Börsen feiern ein Comeback: Nach dem dritten Zinsschnitt der US-Notenbank Federal Reserve in Folge schließen die Benchmark-Indizes Nifty 50 und Sensex am Donnerstag um 1,5 Prozent höher – ein breiter Rally, der die dreitägige Verlustserie beendet. Der Fed-Schnitt um 25 Basispunkte auf 3,50–3,75 Prozent signalisiert globale Liquidität und stärkt das Vertrauen, obwohl der US-Dollar schwächelt und der Rupie auf ein Rekordtief abrutscht. Analysten erwarten eine Fortsetzung der Aufwärtsdynamik, mit dem Blick auf die bevorstehenden November-Inflationsdaten, die den Weg für weitere RBI-Entspannungen ebnen könnten.
Die Fed unter Chair Jerome Powell hielt trotz anhaltend hoher Inflation (aktuell bei 3 Prozent) an ihrer Politik fest und prognostiziert nur einen weiteren Schnitt 2026 – ein geteilter Votum, das Märkte als gemischt werten. Dennoch: Der Schnitt boostet risikobereite Assets wie Schwellenmärkte. „Die Zinssenkung öffnet der RBI Raum für eigene Kürzungen in der aktuellen Niedriginflationsumgebung, um das Wachstum zu stützen“, meint Vijay Singh Gour, Research Analyst bei Mirae Asset Sharekhan. Indische IT-Aktien (.NIFTYIT), die stark vom US-Markt abhängen, kletterten um 1,5 Prozent, während Metalle (.NIFTYMET) um 1,1 Prozent zulegten – getrieben von einem schwächeren Dollar und höheren Rohstoffpreisen.
Inflationsdaten als Katalysator: Was erwartet die Märkte?
Der Fokus liegt nun auf den indischen Inflationszahlen für November, die am Freitag (13. Dezember) veröffentlicht werden. Analysten rechnen mit einem Rückgang auf 4,5 Prozent (von 4,8 Prozent im Oktober), unterstützt durch fallende Lebensmittelpreise und stabile Energieimporte. Ein solcher Wert würde die Reserve Bank of India (RBI) bestärken, ihren Repo-Satz bei der nächsten Sitzung im Dezember zu senken – potenziell um 25 Basispunkte. „Rekordtief-Inflation und Fed-Signale heben rate-sensitive Sektoren wie Banken und Immobilien“, prognostiziert Dr. VK Vijayakumar, Chief Investment Strategist bei Geojit Investments.
Historisch haben Fed-Schnitte indische Märkte nur mäßig bewegt – kumulative Kürzungen zählen mehr als Einzelschritte. Dennoch: Die dritte Senkung des Jahres könnte FII-Zuflüsse (Foreign Institutional Investors) ankurbeln, die in den letzten Quartalen durch schwache Unternehmensgewinne und Rupien-Schwäche gebremst wurden. Gift-Nifty-Futures deuten auf einen Gap-up-Start von rund 100 Punkten hin, mit dem Nifty nahe 26.000.
| Sektor | Gewinn am Donnerstag (%) | Treiber | Ausblick |
|---|---|---|---|
| IT | +1,5 | US-Wirtschaft, Fed-Liquidität | Positiv, Infosys +2 % |
| Metalle | +1,1 | Schwächerer Dollar, Rohstoffboom | Stabil, Tata Steel +1,8 % |
| Banken | +1,2 | Rate-cut-Erwartungen | Hoch, HDFC Bank +1,4 % |
| Auto | +0,8 | Konsumstimmung | Gemischt, Maruti +0,9 % |
Globale und europäische Implikationen: Chancen für DAX?
Für Europa und Deutschland bedeutet der Fed-Schnitt indirekt mehr Stabilität: Ein schwächerer Dollar könnte den Euro stärken und Importe (z. B. Energie) günstiger machen, während indische Exporte in den DAX-Markt (z. B. IT-Dienste) profitieren. „Der Shift signalisiert, dass Schwellenmärkte wie Indien von US-Lockerungen profitieren – ein positives Signal für europäische Investoren“, analysiert Prof. Dr. Elena Hartmann von der Humboldt-Universität Berlin. Allerdings: Anhaltende US-Inflationsrisiken und Trumps Zollpläne könnten den Rupien-Druck verlängern und FII-Ausflüsse auslösen.
Die indischen Märkte schließen die Woche bullisch ab – Bitcoin und Ethereum fielen hingegen um 3 Prozent auf Fed-Skepsis. WirtschaftsNews Deutschland beobachtet: Werden die Inflationsdaten den Rally-Turbo zünden? Bleiben Sie dran – Asien erwacht!
