US-Finanzminister Bessent entledigt sich Sojabohnenfarm: Ethik-Vereinbarung erfüllt – trotz Fristverzögerungen
Washington/Berlin – US-Finanzminister Scott Bessent hat am Sonntag angekündigt, dass er sich letzte Woche von seinen Beteiligungen an Tausenden Acres Sojabohnen-Ackerland in North Dakota getrennt hat. Die Divestitur erfolgte im Rahmen seiner bundesweiten Ethikvereinbarung, um potenzielle Interessenkonflikte zu vermeiden – insbesondere bei den laufenden Handelsverhandlungen mit China über den Kauf amerikanischer Agrarprodukte. Die Enthüllung kommt acht Monate nach der ursprünglichen Frist und inmitten eines Handelsabkommens, das US-Farmer entlasten soll.
Bessent, der sich selbst als „Sojabohnenfarmer“ bezeichnet hat und ein Nettovermögen von über 500 Millionen Dollar vorweisen kann, besaß bislang bis zu 25 Millionen Dollar an Mais- und Sojabohnenfeldern in North Dakota. Diese generierten ihm jährlich bis zu einer Million Dollar Mieteinnahmen. In einem Interview mit CBS’ „Face the Nation“ erklärte er: „Ich habe es diese Woche im Rahmen meiner Ethikvereinbarung abgestoßen, sodass ich nun aus dem Agrargeschäft raus bin. Aber ich kenne mich wahrscheinlich besser damit aus als jeder Finanzminister seit den 1800er Jahren.“ Die Veräußerung war Teil eines breiteren Plans, bei dem Bessent auch seinen Hedgefonds Key Square Group abstoßen musste, um Konflikte in der Trump-Administration zu vermeiden.
Verzögerungen und Kritik: Ethikwächter mahnen
Die Divestitur war bereits im Januar 2025 vereinbart worden, mit einer Frist bis Ende April – doch Bessent verpasste mehrere Termine. Im August warnte das US-Büro für Regierungsethik (OGE) den Senatsausschuss für Finanzen per Brief, dass der Minister nicht alle Bedingungen erfüllt habe. Das Finanzministerium erklärte damals, 96 Prozent der Abstöße seien abgeschlossen, der Rest bis Jahresende. Die endgültige Frist war auf den 15. Dezember verschoben worden – Bessents Ankündigung erfolgte also rechtzeitig, aber unter Druck. Ethikwächter kritisierten die Verzögerung scharf: „Hohe Beamte müssen Assets abstoßen, die sie durch ihre Position beeinflussen könnten“, hieß es in der OGE-Mitteilung.
Bessents Farmbeteiligungen – verwaltet über einen Fonds, an dem sein Ehemann John Freeman als Managing Partner beteiligt war – stellten ein Risiko dar, da der Minister zentrale Rolle bei Trumps Zollpolitik spielt. China hatte monatelang US-Sojabohnen boykottiert, was Farmer hart traf; nun hat Peking Käufe wieder aufgenommen, was Bessent als Erfolg feiert. Dennoch fordert er weitere Hilfen: „Farmer brauchen Sicherheit – eine Brückenfinanzierung ist essenziell, bis Deals final sind“, sagte er. Landwirtschaftsministerin Brooke Rollins kündigte kürzlich Zahlungen für Farmer an.
Globale Implikationen: Agrarmärkte und Ethikstandards
Für die US-Agrarbranche ist der Deal ein Lichtblick: Sojabohnen-Futures notieren nahe den Jahreshöchsten, dank des China-Abkommens. In Europa, wo die EU mit eigenen Zollkonflikten ringt, wird Bessents Fall als Mahnung gesehen. „Ethikvereinbarungen schützen nicht nur vor Korruption, sondern stärken das Vertrauen in die Politik“, analysiert Prof. Dr. Elena Hartmann, Ethikexpertin an der Humboldt-Universität Berlin. Der deutsche Bundestag debattiert derzeit ähnliche Regeln für Minister, um Interessenkonflikte in der Agrar- und Handelsförderung zu minimieren.
Das Finanzministerium hat auf Anfragen zu den genauen Bedingungen der Veräußerung nicht reagiert; Dokumente aus North Dakota deuten auf keine Änderung in der Fondsverwaltung hin. Bessents Divestitur schließt ein Kapitel ab – doch Kritiker fragen: Warum dauerte es so lange?
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